„Sie nehmen an folgenden Online-Schulungen teil…“ ist eine ganz normale Information vom Chef an seine Verkäufer*innen. Und, ein Argument, um nicht teilnehmen zu müssen ist wirklich in zig Variationen immer wieder so: „Ich verkaufe doch schon. Mache ich was falsch? Der Chef ist doch froh, wenn er die Filiale besetzen kann. Ich habe einfach keine Zeit. Oder so: „Fragt doch sowieso keiner nach, was ich da gelernt habe. Und, mehr Geld bekomme ich auch nicht.“
Die Antworten spiegeln die Realität in vielen Betrieben wieder. Aus dieser Stimmung spricht keine Nachhaltigkeit. Auch deshalb nicht, weil der Verkäuferin nach der Weiterbildung nicht garantiert wird, ihr Wissen weiterzugeben. So, dass ihr Platz im Team gestärkt wird.
In Zukunft wird viel stärker als bisher die Teamarbeit den Verkauf bestimmen. Auch die Online-Meetings sind nur dann nachhaltig, wenn sie der Teamarbeit in den Filialen dienen. Förderung von Leistung, die nachhaltig ist, muss ein Bestandteil neuer Geschäftsmodelle im Bäckerhandwerk werden. Nur so kann der Filialbetrieb weiterentwickelt werden. Das trifft auch für die Nutzung von technischen Vertriebs-Möglichkeiten, wie die Nutzung eines WhatsApp-Kanals etc. zu.

Ich habe in einer Bäckerei erlebt, dass es bei der Einführung neuer Kassensysteme für die Verkäufer*innen eine Einweisung gab, aber keine direkte Schulung für die Filialteams. Termine für Kontrolle, Überprüfungen, ob die Funktionen des Systems beherrscht werden, gab es nicht. Ein „stummer Verlass“ auf die engagierten Mitarbeiter*innen in einer Filiale fand statt.
Die erklärten ihren Kolleg*innen die neuen Funktionen, hatten Geduld. Es hat doch seinen Grund warum man ausgerechnet diese Kolleg*innen anruft. So haben die Mitarbeiter*innen dieser Filiale die erfolgreiche Beherrschung des Kassensystems geführt. Die Chefs haben sie nicht als Führungskräfte eingesetzt. Ihre Fähigkeit werden auch nicht weiter gefördert.
War das von den Chefs nicht eine Selbstverständlichkeit zu viel?
